Fundstück: Nachrufe auf Robert Spaemann

(Fundstück von Burkhard Müller-Ullrich)

Deutschlandfunk Kulturpresseschau: Alle Feuilletons bis auf die taz, die Robert Spaemann mit keinem Wort würdigt, verehren ihn als großen Denker, der sich – nach seinen eigenen Worten – bemühte, einen „nietzscheresistenten Gottesbeweis“ vorzulegen. Sie achten ihn auch als homo politicus, der sich gegen Abtreibung und Sterbehilfe engagierte, und die Süddeutsche setzt mit hörbarem Zähneknirschen hinzu: „Sein Eintreten für die rechtskonservative Zeitung Junge Freiheit verstörte auch viele Konservative, die seine Bücher und Essays schätzten. Spaemann lehnte Bündnisse und Aktionen gegen Rechtspopulismus ab. Der demokratische Staat sei eine Rechtsgemeinschaft, in der nicht alle die gleichen Werte teilen müssten (…) – verstehe er sich als Wertegemeinschaft, drohe die Gefahr des „liberalen Totalitarismus“.