Auf Armin Laschet steht jetzt die Wirtschaft


Es gibt einen Vorgang aus den vergangenen Wochen, der viel über den Menschen Armin Laschet, sein Verhältnis zur Wirtschaft, zum Mittelstand und über sein Selbstverständnis als Politiker aussagt: Es war im März des vergangenen Jahres, als die Landesregierung gleich bei Ausbruch der Pandemie Schutzkittel und Masken für knapp 40 Millionen Euro bei einer Firma bestellte, die 25 Kilometer von der Staatskanzlei in Düsseldorf entfernt ihren Sitz hat: Der Mittelständler van Laak, eigentlich bekannt für Herrenhemden vorwiegend in den Farben weiß und blau, lieferte prompt. Laschets Sohn Johannes, genannt Joe und von Profession Mode-Influenzer, hatte den Kontakt hergestellt. Die Folgen des Geschäfts waren gespalten: Behördenmitarbeiter und -mitarbeiterinnen waren zweckmäßig und gut gekleidet. Van Laak erzielte im Corona-Jahr einen Rekordumsatz. Laschet dagegen wäre politisch beinahe über den hemdsärmeligen Deal gestolpert.


Der Mann, der jetzt CDU-Vorsitzender geworden und damit auch ein möglicher Nachfolger von Angela Merkel im Kanzleramt ist, löst kleinere Probleme offenbar auf dem kurzen Dienstweg. Angesichts einer Pandemie, wie sie seit Generationen nicht über die Menschen im Land hereingebrochen ist, verzichtete die Landesregierung im Fall van Laak auf eine Ausschreibung. Laschet sorgte damit für ein schnelles Ergebnis. Die politischen Folgen dieser Entscheidung, die beißende Kritik der SPD-Opposition, saß er aus und schickte stattdessen seinen...