Die CSU am Abgrund


Wer schafft das außer der CSU heutzutage noch, in einer zerklüfteten Parteiendemokratie 45 von 46 Direktmandate zu holen und mit 31,7 auch noch klar über 30 Prozent zu liegen? Die SPD. In Niedersachsen holte sie 33,1 Prozent, und in Brandenburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern sämtliche Direktmandate.


Der bayerische Stimmenanteil innerhalb der Unionsfraktion wird auch im neuen Bundestag überproportional hoch sein, und die CDU muss sich wieder einmal für den Stimmenschub aus dem Süden bedanken. Doch die Verluste von knapp neun Prozent gegenüber dem ja eh nicht glänzenden Merkel-Ergebnis von 2017 sind ein historisches Desaster für beide Unionsparteien.


Nach dem katastrophalen Ergebnis bei der Bayerischen Landtagswahl 2018, muss Markus Söder nun für die zweite Niederlage der CSU geradestehen, seit er an der Spitze angekommen ist. Die Wahl 2018 nannte er seine persönliche „Nahtoderfahrung“. Nun blickt er bereits zum zweiten Mal in den Abgrund. In zwei Jahren wird es für die CSU bei ihrer Landtagswahl um alles oder nichts gehen. Verlöre sie die Macht in der bayerischen Staatskanzlei, stünde sie als Regionalpartei, die auf nur ein Land beschränkt ist, vor dem Ende.


Markus Söder weiß, dass er sich jetzt nicht länger als breitbeiniger „Kanzler der Herzen“ gerieren darf, sondern sich schlichtweg als Retter seiner Partei bewähren muss. Am Tag nach der Wahl steht die CSU freilich erst einmal wie...