„Eine politische Aussage“: die Friedrich-Ebert-Stiftung in Russland ist geschlossen


Das Justizministerium Russlands hat am 8. April 2022 eine Reihe von internationalen Organisationen einschließlich aller parteinahen deutschen Stiftungen aus dem Register der ausländischen Nichtregierungsorganisationen gestrichen, darunter auch die die der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES). Peer Teschendorf leitete seit 2018 die Büros der FES in Russland.


Herr Teschendorf, die FES deklariert „Partnerin der deutschen Außen- und Entwicklungspolitik“ zu sein. Sie fördern soziale Gerechtigkeit, Demokratie, Frieden und Sicherheit. Wie genau muss man sich das vorstellen?


Das hängt immer von dem jeweiligen Land ab, von den Möglichkeiten. Wir schauen, was überhaupt gefragt ist. Was konkret Russland betrifft, so stand soziale Gerechtigkeit im Fokus unserer Arbeit. Angefangen von praktischen Dimensionen wie Gewerkschaftsarbeit, Stärkung der Gewerkschaften bis hin zu politischen Diskussionen, Bekanntgeben von Konzepten wie Gerechtigkeit herzustellen ist usw. Auch deutsch-russische Netzwerke-Entwicklung und Förderung des deutsch-russischen Dialogs gehörten zu unserer Tätigkeit. Das verlief zwar nicht immer konfliktfrei, besser gesagt, selten konfliktfrei, aber lösungsorientiert. Wir haben uns dabei bemüht, mit allen Seiten im Kontakt zu sein. Und auch zu beweisen, dass es möglich ist, verschiedene Parteien zusammenzubringen. Wir waren im Dialog sowohl...