Manipulation mit Statistik: Die Grünen vor der Union

Nach den neuesten Umfragen liegen Grüne und Union zumindest gleichauf. Ob das nun mehr an der Union oder weniger an den Grünen liegt, spielt für den Mainstream keine Rolle. Denn darum geht es nicht mehr. Es geht um etwas anderes.
Bei INSA erreichen Union und Grüne jeweils 24 Prozent; bei YouGov haben die Grünen die Nase mit 25 zu 24 Prozent knapp vorn; bei Emnid schließlich haben die Grünen bereits mit 27 Prozent einen Vorsprung von drei Prozent vor der Union.
Zu diesen Umfrageresultaten kommt nun noch ein weiterer Aspekt hinzu: Das theoretische Wählerpotenzial. Eine ziemlich sinnfreie Wortschöpfung der Staatspresse, denn ein Wählerpotenzial ist wenig praktisch, also ohnehin theoretisch. Aber theoretisches Wählerpotenzial klingt gebildet und suggeriert Qualität.
Dieses Wählerpotenzial der Grünen liegt laut Wahlforscher Matthias Jung bis zu 60 Prozent. »Eine Mehrheit der Bevölkerung will mehr Ökologie und Klimaschutz«, sagte der Chef der Forschungsgruppe Wahlen. »Um 60 Prozent der Wähler können sich heute grundsätzlich vorstellen, ihre Stimme auch mal den Grünen zu geben«, behauptet der Wahlforscher.
Wenn die einfache Umfrage nicht mehr genügt, die CO2-Steuerpartei in den Himmel der Prozente zu hieven, dann müssen weitere Kennwerte her. Und 60 Prozent klingt ja auch ganz anders 27 Prozent – ein Wert, der für die Grünen einem Traumwert entspricht, für Helmut Schmidt oder seinen Nachfolger Helmut Kohl dagegen einem Fiasko entsprach. Zur Erinnerung: Die SPD hatte...