Niedersachsen am Aufnahme-Limit: 2.000 Flüchtlinge auf 9.000 Einwohner

Geflüchtete bleiben in Ankunftszentren, bis behördliche Maßnahmen erledigt sind. Doch in Niedersachsen geraten Polizei, Justiz und Bevölkerung ans Limit.Matthias Rump hat die Grenzen der Handlungsfähigkeit von Polizei und Justiz verstanden, wie er sagt. Zweieinhalb Aktenordner füllen die Strafanzeigen, die der Inhaber zweier Rewe-Supermärkte im niedersächsischen Bad Fallingbostel in den vergangenen zwölf Monaten meist wegen Diebstahls gestellt hat. Einen weiteren hat er nur für die Verfahrenseinstellungen angelegt.Seit Mai dieses Jahres hätten die Diebstähle in seinen Geschäften auffallend zugenommen, insbesondere in dem kleineren Markt am Kirchplatz im Stadtzentrum. Im Nachbardorf Oerbke befindet sich ein Ankunfstzentrum für Asylsuchende. Nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine füllte sich die Einrichtung deutlich. Eigentlich ist die ehemalige britische Kaserne für 1.200 Menschen ausgelegt, tatsächlich sind in den Funktionsräumen und der Turnhalle rund 2.200 Menschen aus knapp 50 Nationen untergebracht. Sie prägen nun das Stadtbild Bad Fallingbostels mit seinen sonst etwa 9.000 Einwohnern – zum Unmut vieler Anwohner und Gewerbetreibender.Umsatzeinbußen und Kosten für erhöhte SicherheitFür Matthias Rump ging das mit dem besagten Anstieg der Kriminalität einher. Bei der Inventur Ende November rechne er mit einem Fehlbetrag in fünfstelliger Höhe. Neun Tage lang setzte er einen Sicherheitsdienst ein, nachdem ein Mitarbeiter angegriffen worden war, der...