Ukrainekrieg: USA und Russland sprachen nicht wegen Rakete auf Polen

Die Sorge vor einer Ausweitung des Ukraine-Krieges war nach dem Einschlag einer Rakete in Polen größer als je zuvor. Eigentlich ein Anlass, die Hotline zwischen den Militärs zu nutzen.Am 15. November schlug eine Rakete im polnischen Przewodów ein – die Lage war unklar. Und doch gab es über den eigens eingerichteten direkten Draht zwischen dem Europa-Hauptquartier der US-Streitkräfte und dem russischen Militär keinen Kontakt. Diese Leitung soll in Krisensituationen helfen, Missverständnisse auszuräumen und so Eskalationen zu vermeiden. Am Abend des Raketeneinschlags wurde sie nicht genutzt, erklärte ein US-Militärsprecher t-online.Bei der Detonation unweit der Grenze zur Ukraine waren in Polen zwei Menschen ums Leben gekommen. Schnell gab es Berichte, dass eine russische Rakete auf das polnische Gebiet abgeschossen worden sei. Eine Attacke auf ein Nato-Land hätte eine dramatische Zuspitzung bedeuten können. Die "Bild"-Zeitung titelte am nächsten Morgen noch "Putin feuert Raketen nach Polen". Da war die Aufregung aber bereits merklich abgekühlt, weil in der Nacht immer klarer geworden war: Der Einschlag kam von einer Rakete, die die Ukraine eingesetzt hatte, um Angriffe russischer Flugkörper abzuwehren.Luftaufklärung war gefragtIn der ersten Unklarheit arbeiteten Analysten unter Hochdruck. Das Allied Air Command, das vom pfälzischen Ramstein aus die Nato-Luftstreitkräfte führt, lieferte Daten aus der Luftaufklärung. Die Geheimdienste trugen eilig...